Zertifikate erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Dafür sind nicht zu letzt die vielfältigen Varianten dieser derivativen Wertpapiere verantwortlich.
So gibt es über 100.000 handelbare Zertifikate am Markt und weltweit sind über 100 Mrd. Euro in Zertifikaten angelegt.
Zertifikate ermöglichen es dem Anleger, am Wertzuwachs einer Aktie, eines Indizes oder sogar von Rohstoffen und Edelmetallen teilzuhaben, ohne die Werte direkt kaufen zu müssen.
Darüber hinaus kann mit einem Zertifikat in jeder Marktphase Geld verdient werden.
Zu den beliebtesten Formen zählen dabei Discountzertifikate.
Discountzertifikate ermöglichen es hierbei dem Anleger, eine dem Zertifikat als Basiswert dienende Aktie nach Ablauf der Laufzeit mit einem bestimmten Abschlag (Discount) zu erwerben. Wie hoch dieser Abschlag ist, bestimmt der so genannte Cap. Darunter versteht man den Maximalbetrag, den ein Anleger für den Erwerb der als Basiswert dienenden Aktie zahlen muss.
Ein kurzes Beispiel dazu: Die Aktie X kostet am 01.01. 100 Euro. Mit einem Discountzertifikat ist es nun möglich, diese Aktie am 31.12. zu einem Kurs von 110 Euro zu erwerben oder sich den Betrag auszahlen zu lassen. Dabei kostet das Zertifikat selbst nur 92 Euro, wird also mit einem gewissen Discount (Abschlag) auf den Basiswert gehandelt. Steht am 31.12. der Kurs der Aktie nun über 110 Euro, bekommt der Anleger 110 Euro ausgezahlt und hat eine Rendite von 20% erwirtschaftet. Steht der Kurs der Aktie unter 120 Euro, bekommt er den Kurswert der Aktie ausgezahlt. So lange der Kurs des Basiswertes also nicht unter den Kaufpreis des Zertifikates fällt, macht der Anleger Gewinn und zwar einmal durch die Differenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis des Zertifikates und zum anderen zwischen dessen Abschlag gegenüber dem Basiswert.
Dabei wird dieser Abschlag immer geringer, je kürzer die Restlaufzeit des Zertifikates ist und je höher der Kurs des Basiswertes steigt.
Für den Erwerb eines solchen Discountzertifikates gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen können Sie es über ein ganz normales Aktiendepot bei einem der zahlreichen
Onlinebroker kaufen oder Sie erwerben es direkt beim Emittenten. Die erstere Variante ist allerdings vorzuziehen, da Sie mit einem Depot nicht nur Zertifikate, sondern auch alle anderen Arten von Wertpapieren handeln können.