header image

Bandscheibenvorfall

Geschrieben von Dr. Josef Reindl   
Donnerstag, 20. März 2008

Bei den heutigen Lebensumständen sind Rückenleiden ein häufiges Problem. Fehlbelastungen bzw. einseitige Belastungen beschleunigen Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule. So kommt es, dass immer jüngere Menschen bereits einen Bandscheibenvorfall erleiden.

Die Bandscheibe ist eine knorpelige Verbindung zwischen den Wirbeln. Durch den flexiblen Gallertkern fungiert die Bandscheibe als eine Art Stoßdämpfer. Durch die Elastizität des Gallertkerns ist die Wirbelsäule überhaupt erst beweglich. Die Bandscheiben unterliegen jedoch dem Verschleiß. Sie können sich schlechter regenerieren als anderes Gewebe, weil sie über keine Blutgefäße verfügen.

Um beweglich zu bleiben, müssen die Bandscheiben wie ein Schwamm mit Flüssigkeit versorgt werden. Durch die Bewegung der Wirbelsäule werden die Bandscheiben mit Flüssigkeit und Vitalstoffen versorgt. Eine möglichst abwechslungsreiche Bewegung ist daher nicht insgesamt für die Gesundheit gut, sondern insbesondere für die Bandscheiben. Sowohl Bewegungsmangel als auch ein Übermaß an Belastung bzw. Fehlbelastungen können der Bandscheibe schaden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Bandscheibe automatisch immer weniger Flüssigkeit auf und verliert an Elastizität. Dadurch wird die stoßdämpfende Wirkung schlechter.

Vom Bandscheibenvorfall spricht man, wenn der Gallertkern seine faserige Hülle durchbricht. Bevor das passiert, muss die Bandscheibe in der Regel bereits längere Zeit vorgeschädigt worden sein. Meistens ist bei einem Bandscheibenvorfall die Lendenwirbelsäule betroffen, in selteneren Fällen die Halswirbelsäule. Die Symptome für einen Bandscheibenvorfall können unterschiedlich ausfallen bzw. sogar ganz ausbleiben. Es kommt darauf an, welche Nerven betroffen sind. Oft können Bandscheibenvorfälle konservativ behandelt werden. Bei schweren Lähmungen oder Blasenstörungen beispielsweise kann jedoch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

In den meisten Fällen gehen die Beschwerden nach konservativer Behandlung (Muskelentspannung, Schmerzmittel, Physiotherapie) wieder zurück. Wenn nach etwa drei Monaten keine Besserung erzielt wurde oder es wiederholt zu Bandscheibenvorfällen kommt, ist eine Operation erforderlich. Wer Probleme im Wirbelsäulenbereich hat, für den sind Sportarten ideal, bei denen die Gelenke wenig belastet werden. Dazu zählen z.B. Schwimmen und Nordic Walking.